Ratgeber Vulvakrebs
Informationen für Betroffene und Interessierte
Vulvakrebs
Der Vulva Krebs ist eine recht selten vorkommende bösartige Tumorerkrankung der äußeren Geschlechtsorgane der Frau. Dazu gehört das Vulva Karzinom, das epithelialen Ursprungs (vom Hautgewebe ausgehend) ist, aber auch alle anderen bösartigen Tumoren der Vulva. Meistens sind die großen Schamlippen betroffen, seltener die kleinen Schamlippen und die Klitoris Region. Viele der Tumoren sind Plattenepithelkarzinome, bei denen Haut und Schleimhäute befallen sind. Es kommen aber auch bösartige Melanome, Basalzellkarzinome, Adenokarzinome, Sarkome und Karzinome der Bartholini-Drüsen vor.
Risikofaktoren für die Entstehung von Vulvakrebs
Als Risikofaktoren für die Krebserkrankung der Vulva gelten Infektionen mit Herpes genitales und Syphilis. Eine chronische Infektion mit dem Humanen Papilloma-Virus ist meist verantwortlich für die Entstehung von Krebsvorstufen der Vulva (VIN) und von Vulva Krebs. Weitere Risikofaktoren sind chronische Entzündungen der Vulva (Vulvitis), Genitalwarzen, Immunschwäche (vor allem HIV-Infektion) und wie man annimmt das Rauchen.
Die Häufigkeit einer Vulvakrebs-Erkrankung
Vulva Krebs als das vierthäufigste Karzinom des weiblichen Genitals gehört zu den seltenen Tumorerkrankungen, in Deutschland erkranken jährlich ca. 1.600 Frauen (2,5 von 100.000), mit zunehmenden Alter kommt die Erkrankung häufiger vor, dazu gibt es richtungsweisende Statistiken.
Symptome eines Vulvakrebs-Befalles
Bei Symptomen wie Juckreiz, Brennen, Schmerzen, blutiger Ausfluss, Dysurie (erschwerte Blasenentleerung, oft unter Schmerzen), Warzen, Flecken und Verhärtungen wäre der Arzt aufzusuchen. Frühsymptome des Vulva Krebses sind jedoch unspezifisch, jedes „Symptom“ kann auch anderen Krankheiten zugeordnet werden.
Die Diagnose von Vulvakrebs
Eine Diagnose kann nach Abnahme einer Gewebsprobe und Untersuchung der regionalen Lymphabflussgebiete im Bereich beider Leisten bzw. durch eine Untersuchung der Beckenlymphknoten per Computertomografie (CT) erfolgen.
Therapie
Zur Standardtherapie gehört die radikale Entfernung der gesamten äußeren Geschlechtsteile und der Lymphknoten in der Leiste sowie in der Oberschenkelregion. Da eine OP manchmal bei einer Patientin nicht möglich ist, sind dann ggf. lokale Behandlungen durchzuführen. Eine Strahlentherapie hat sich als bewährte Behandlungs-methode herausgestellt.
Rezidive
Lokalrezidive (ein Wiederauftreten des Vulva Krebses), die bei der Nachbehandlung festgestellt werden, erfordern oftmals eine operative Behandlung, die nach Möglichkeit in Angriff zu nehmen ist und / oder das Einleiten einer Strahlenbehandlung, mit der das Wachstum der Krebszellen und ihre Teilung gehemmt werden sollen.
Weitere Maßnahmen im Rahmen der Therapie
Zusätzlich zu den medizinischen Maßnahmen sind auch komplementärmedizinische Therapien möglich, z.B. Akupunktur, Biofeedback, Autogenes Training, Physikalische Medizin, Krebsschmerzbewältigung, Massagen, Betreuung durch Fachpersonal oder ehrenamtliche Helfer für Zuhause etc. Diese Möglichkeiten können durchaus Erleichterung bewirken, der Patient erhöht dadurch seine Lebensqualität und dies gibt ihm das konstruktive Gefühl, auch selbst etwas zur Krankheitsbewältigung beitragen zu tun können. Jeder Patient sollte sich auch gut behandelt fühlen, gleichgültig, wie weit seine Erkrankung fortgeschritten ist. Denn Therapieerfolg und Wohlbefinden haben oftmals neben der eigenen Annahme der Lebenssituation auch mit dem Verständnis der anderen zu tun. Soziale Kontakte sollten weiterhin gepflegt und aufrechterhalten werden, damit keine psychische Isolation stattfindet.
Birgitte Reiskopf